Es war ja verdammt ruhig hier im
Blog, aber das heißt nicht, dass ich nicht weitergefahren bin. Heute schreiben
wir den 12.04.2014 und vor einem Jahr bin ich mit dem W1 gestartet. Insgesamt
waren es im ersten Jahr 3200 Kilometer; ich habe also mein Ziel „3000 Kilometer“
sogar übertroffen. Und in 2014 stehen mittlerweile schon fast 500 Kilometer auf
der Uhr. Davon waren es gestern alleine mal wieder 65 Kilometer. Die gestrige
Tour ist ein wunderbares Beispiel dafür, warum es sich lohnt am Niederrhein mit
dem Liegerad beziehungsweise mit dem Liegetrike unterwegs zu sein. Das Wetter
war angenehm aber es ging doch ein leichter Nord-Ost-Wind; demnach ging es
Richtung Norden (auf der Heimfahrt habe ich gerne Rückenwind). Mein erstes Ziel
war Wachtendonk. Das ist von Viersen aus gesehen ein gemütlicher Trip von 20
Kilometern. Man bewegt sich mehr oder weniger am Flusslauf der Niers entlang
und man kreuzt dieses Flüsschen ein paar Mal bis man in Wachtendonk ankommt.
Das schöne ist, man bewegt sich sehr selten auf Landstraßen, sondern man kann
auf gut ausgebauten Rad- und Landwirtschaftswegen die Seele baumeln lassen.
Aufpassen auf die Traktoren ist allerdings angesagt…im Märzen der Bauern….
Anyhow, das Städtchen Grefrath lasse ich links liegen und ein paar Kilometer
weiter rolle ich das erste Mal über die Niers. Aufpassen….die Brücken sind
manchmal durch Drängelgitter gesichert und sind von der Breite her gesehen
nicht immer üppig bemessen. Das kann ganz schön eng werden. Der Weg mäandert
sich danach durch eine wundervolle Auenlandschaft. Am Wegesrand stehen die
typischen Weiden und hier und da ist immer mal wieder ein kleiner Wasserlauf zu
sehen. Kühe, Schafe und Pferden schauen mir etwas verstört hinterher, wobei die
letztgenannten sehr oft panikartig flüchten. Das Zusammentreffen mit Pferden
ist jedes Mal ein Erlebnis. Schon aus mehreren Metern Entfernung erkennt man
das Angstweiße in ihren Augen. Meist fangen sie an zu tänzeln und bringen die
Reiter in arge Kalamitäten. Meist verkrümle ich mich ganz außen an den
Wegesrand und warte bis die Fuhre vorbeigetänzelt ist. Ich nehme mal an, Pferde
verwechseln mich einfach mit einem ihrer Feinde. Aber weiter geht‘s…Zwischendurch
rolle ich auch durch kleine Waldgebiete. Hier wird die Wegbeschaffenheit etwas
rauer, aber das W1 bügelt wirklich hervorragend die heftigen Schlaglöcher, Äste
oder sonstige Hindernisse platt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie das
Fahrwerk arbeitet. Hinter Grefrath liegt das Kloster Mariendonk. Von Ferne
sieht das Gebäude sehr schön aus, es entpuppt sich aber dann als ein von
funktionalen Gebäuden umgebenen Klosterbau…naja doch nicht so der Hingucker.
Eindrücke und Informationen gibt es hier www.mariendonk.de.
Die
Fahrt geht weiter. Manchmal muss ich doch etwas gas geben, weil mich Anlieger
über die Wirtschaftswege jagen. Überholen ist nicht und so knalle ich einen
großen Gang rein und rausche mit 40 Sachen durch die Landschaft…sch…auf den
Meniskus. Ich hatte ja bereits erwähnt, der Geschwindigkeitseindruck so tief am
Boden ist etwas heftiger…nahezu berauschend ;). Aber die Laktatzufuhr in die
Muskeln bereitet dem Spaß dann doch ein Ende und ich lasse die Autos
weiterziehen und rolle mit gemäßigtem Tempo weiter. Dadurch, dass ich in den
letzten Kilometern Tempo gemacht habe, bin ich schneller als gedacht in
Wachtendonk angekommen. Welch ein schönes Städtchen. Durchflossen von Nette und
Niers, mit einem tollen Zentrum mit alten Häusern, meist alte Bauernhöfe. Ich
liebe diesen Ort und lass mich langsam über das Kopfsteinpflaster rollen (auch
hier spielt die Dämpfung des W1 seine stärken aus). Ich fühle mich gut und die
Beine sind guter Laune…lass uns noch ein wenig Richtung Norden rollen. Also
raus aus Wachtendonk und einfach der Nase nach. Sehr oft rolle ich einfach
planlos durch die Gegend und bin immer wieder überrascht, wo es mich hin verschlägt.
Die Landschaft wird etwas „hügeliger“. Naja ich sag mal niedriges
Autobahnbrückenniveau, aber egal. Ich rolle weiter und stehe urplötzlich vor
einer Bundestrasse und der Weg geht auf der anderen Seite nicht weiter. Da ich
keine Lust habe, mich auf dem Seitenstreifen totfahren zu lassen. Fahre ich den
Weg bis zum nächsten Abzweig zurück. Weiter geht’s Richtung Nordwest…Straelen.
Nach ein paar Kilometern bin ich bereits im Industriegebiet, warum hebe ich das
so hervor….;) Hier ist die Firma Beyss ansässig. Schaut die Homepage an, dann
wißt ihr was ich meine; www.go-one.de. Irgendwann werde ich eine
Probefahrt machen. Straelen ist auch ein wunderschönes Städtchen. Auf dem
zentralen Marktplatz lässt es sich gemütlich verweilen, schöne Eiscafes und
Restaurants laden zu einer Pause ein, aber heute ist es schon ein wenig spät
und ich werfe das Fahrradnavigationssystem Komoot an und lasse mich Richtung
Heimat navigieren. Den Knopf ins Ohr und los geht’s. Raus aus Straelen in Richtung
Venlo. Hier gibt es eine schöne Abfahrt. 47 Kilometer pro Stunde verrät mir der
Blick auf den Tacho und das auf einer glatten Asphaltdeck. So könnte es
weitergehen, aber ein Kreisverkehr bremst mich aus. Weiter geht es nach Süden
in Richtung Herrongen am Rande der „Straelener Berge“ Ein
paar Kilometer fahre ich auf einem Radweg entlang einer wenig befahrenen Landstraße,
um dann auf die mir bekannte Nordkanalroute abzubiegen www.nordkanal.net/allee.de. Herrongen,
hier bucht sich das Handy ins Niederländische Mobilfunknetz ein. Somit ist es
Essig mit den Navigationskarten und Navigation. Was ist noch zu sagen; in
Herrongen findet man eine Produktionsstätte der Firma Kühne (Konserven).
Ab hier kenne ich mich aus und fahre
ohne Navigationshilfe einfach der Nordkanalroute nach. Es geht durch ein
Waldstück an der Krickenbecker Seenplatte entlang. Die Seen kann man allerdings
durch die Bäume hindurch nicht erkennen. Vorbei am Restaurant / Hotel Waldesruh…mittlerweile
habe ich richtigen Hunger und die Wasserflasche ist auch schon leer, aber ich
habe noch ca. 15 Kilometer vor mir. Die nächsten Stationen sind Vousenbeck und
Glabbach. Das Licht ist jetzt wunderbar, die Kameras liegen aber zu Hause…Mist.
Ich werde mal nach einer Actioncam Ausschau halten, um ein paar Eindrücke
meiner Ausfahrten festzuhalten. Die Hügel der Süchtelner Höhen machen Spaß auch
wenn jetzt die Oberschenkel ein wenig motzen und ich bedrohlich auf einen
Hungerast zusteuere. Warum vergesse ich immer, etwas zu Essen mit zu nehmen. In
der Ferne erkenne ich die Kirchtürme von Grefrath, Oedt und Süchteln. Das ist
der Vorteil, wenn man auf dem platten Land wohnt; man hat hervorragende
Landmarken. Im Energiesparmodus rolle ich nach Hause und genieße die letzten
Strahlen dieses schönen Freitags. Auf der Uhr stehen knapp 65km. Hungrig und
zufrieden stelle ich das W1 in Garage mit dem guten Gefühl, vor einem Jahr die
richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Tourdaten:
Zeit gesamt: 3h 37min
Länge: 64,3km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17,3km/h
Temperatur: 17°C
Zeit gesamt: 3h 37min
Länge: 64,3km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17,3km/h
Temperatur: 17°C