Sonntag, 6. Juli 2014

KM 4840 Der Gejagte



Ein ziemlich reißerischer Titel aber es trifft so ziemlich genau die derzeitige Situation. Aber immer schön der Reihe nach.

Nach meinem letzten Blogeintrag hatte ich einige  Gelegenheit mit dem W1 den Niederrhein unsicher zu machen, meist habe ich mich abends nach dem Essen auf mein Trike gesetzt und bin noch zwei bis drei Stunden durch die Gegend gerollt. So habe ich mein gewünschtes Ziel doch noch erreicht. Aktuell stehen 2134 Kilometer auf der Uhr und wenn man bedenkt, dass dies einer Dauer von über 122 Stunden entspricht, kann ich meiner Familie und der besten Ehefrau von Allen (Originalzitat von Ephraim Kishon) einfach nur für die Geduld danken….ich sehe das nicht als selbstverständlich an.

Seit einiger Zeit dokumentiere ich meine Ausfahrten mit der Iphone App Runtastic Road Bike Pro. Bereits vor Jahren hatte ich die App run.gps auf meinem Windows 6.5 Mobiltelefon. Das war damals die einzige, für mich nutzbare, App auf dem Smartphone. Die App blieb mir auch ein treuer Begleiter nach dem Umstieg auf Android. Allerdings fand ich die Ungenauigkeiten, speziell bei der Geschwindigkeitsmessung, nicht so prickelend. Und da meine ich nicht ein paar Kilometer pro Stunde mehr oder weniger, sondern richtige Ausreiser...beispielsweise 659,7km/h. Also habe ich mich mal mit ein paar Neuerungen auseinander gesetzt. Gelandet bin ich letztendlich bei Runtastic, wobei ich einen Pulsgurt und einen Geschwindigkeit/Trittfrequenzsensor über Smart Bluetooth verbunden habe. Somit habe ich die wichtigen Daten zusammen und bekomme nebenbei noch eine etwas nachvollziehbarere Geschwindigkeitserfassung. Das Ganze funktioniert ganz gut. Das IPhone habe mit einem Halter von Quadlock auf dem Ausleger montiert. Der Halter fixiert das Telefon sehr gut, ich muss allerdings den Halter auf dem Rohr noch etwas besser fixieren. Bei starken Erschütterungen verschiebt sich das Ganze. Ein großer Nachteil der Mobiltelefonlösung ist sicherlich der Energieverbrauch. Bei eingeschaltetem Bildschirm macht der Akku nach 2 Stunden schlapp. Wenn man immer nur zwischendrin die Werte abcheckt sind sicherlich 4 bis 5 Stunden machbar. Ich habe dafür zwei Lösungsansätze. Erstens kann man sich in zyklischen Abständen die wichtigsten Werte ins Ohr flüstern lassen. So hat man Geschwindigkeit und Puls einigermaßen unter Kontrolle. Lässt man den Bildschirm laufen, geht nichts an einer externen Powerunit vorbei. Ich habe mir eine 15.000mAh Unit geleistet. Hiermit ist man für alle Eventualitäten gut gerüstet. Das Ladekabel passt von der Länge wunderbar, sodass ich die Powerunit in die Packtasche stecken kann.

Ich habe mir auch angewöhnt meine Routen im Voraus zu planen. Das fahren „pi-mal-Schnauze“ ist zwar eine tolle Sache, aber ich muss einfach sagen, dass wenn man die kurze Zeit optimal nutzen möchte, an der Planung kein Weg vorbei geht. Oftmals war ich abends unterwegs und habe  einfach zu früh den Rückweg angetreten. Da war dann doch immer noch Luft um ein paar Kilometer mehr zu fahren. Jetzt habe ich ca. 10 Routen mit verschiedenen Distanzen in meinem Portfolio. Die lassen sich natürlich beliebig variieren und ich habe einfach einen wesentlich besseren Überblick. Die Planung führe ich übrigens mit der Software komoot durch. Diese App habe ich auch auf meinem Mobiltelefon laufen und sie kann auch parallel zur Runtastic App laufen. Somit habe ich auch noch ein quasi-vollständiges Navigationssystem mit an Bord. Und selbst wenn es mal in das nachbarliche Ausland geht, hat man Offline-Karten zur Navigation zur Verfügung.


Ein weitere Neuerung habe ich mittlerweile ebenfalls am W1…eine Action Cam. Ich hatte immer wieder mal den Gedanken mir so etwas zuzulegen, um ein paar nette Filmchen zu drehen. Aber die Nachbearbeitung der Videos hat mich immer wieder abgeschreckt. Aber in den letzten Wochen  hatte ich dann zweimal die Erfahrung machen müssen, dass es vielleicht gar nicht so schlecht ist einige Situationen zu dokumentieren. Die erste Begegnung hatte ich vor circa 5 Wochen. Bis dato bin ich mit den Mitverkehrsteilnehmer wenig in Kontakt gekommen. Vielleicht mal ein Hupen oder eine Dusche mit Scheibenwaschwasser. Aber was mir damals passierte bekam eine völlig neue Qualität.
Ich war auf meiner 50 Kilometer Runde Rund um Kempen. Auf einem Wirtschaftsweg bog, von einer Landstraße kommend, ein PKW (älteres Baujahr, mit einer vor sich hinsterbenden Zylinderkopfdichtung) vor mir ein. Ich musste anhalten, weil er vor mit mitten auf dem Weg anhielt. Er öffnete die Fahrertür und lies seinen kleinen, süßen Hund nach draußen. Die Tür schloss sich wieder und das Auto setzte sich mit ca. 5 Kilometer pro Stunde und schleifender Kupplung in Bewegung. Ich hatte keine Chance an ihm vorbei zu kommen und so war ich gezwungen in einem gewissen Abstand hinter ihm her zurollen. Mit einem Trike habe ich damit eigentlich keine Probleme, weil man eben nicht umfallen kann, aber die Dosis an unverbranntem Benzin, verdampftem Kühlwasser und Motoröl im Phasenübergang zwischen flüssig und gasförmig, machte mir ordentlich zu schaffen. Damit ich das Ganze nicht alleine ertragen musste, gesellte sich der kleine, süße Hund zu mir und bellte mich freudig an (ich kenne mich bei Hunden nicht aus aber ich gehe grundsätzlich von einem positiven Ansinnen aus). Nach einigen hundert Metern Inhalation des gesundheitlich Bedenklichen Aerosols habe ich mich klingelnd an diesem Stinkmops vorbeigemogelt. Es gab einen kurzen Wortwechsel. Ich habe nichts verstanden, wurde allerdings eine Minute später über den möglichen Inhalt der Worte sehr unsanft aufgeklärt. Nachdem ich das Auto überholt hatte, schenkte ich diesem keine weitere Beachtung mehr. Nach ein paar Metern warf ich aber wieder routinemäßig einen Blick in meinem Rückspiegel und da war er wieder hinter mir…der freundliche Hundehalter. Ich hatte keine Lust auf irgendwelche Konfrontationen und so versuchte ich mich so dünn wie möglich zu machen. Das heißt bei mir, dass ich mit einem Vorderrad und meist noch dem Hinterrad auf dem Randstreifen fahre. Das ist zwar nicht angenehm, aber das Rad kann das ab. Nachdem das Auto auf meiner Höhe war, zog er urplötzlich nach rechts in meine Richtung. Mir blieb nichts anderes übrig als geistesgegenwertig bremsend nach rechts auf den Acker auszuweichen. Ehe ich mich versah rauschte ich über einen kleinen Absatz in ein Gerstenfeld und kam ohne Blessuren zum Stehen….ich war völlig verdattert. Hier hatte eben jemand wirklich versucht mich platt zu machen…unglaublich…ich zitterte am ganzen Körper. Ich versuchte natürlich noch den Burschen auszumachen aber der war bereits über alle Berge. Nachdenklich machte ich mich auf den Heimweg. Ich hätte nie gedacht, dass man das Auto gegen einen schutzlosen Verkehrsteilnehmer als Waffe einsetzen würde. 

Keine zwei Wochen später hatte ich das nächste Erlebnis, das mich dazu bewog meine Fahrten mit einer Kamera zu dokumentieren. Ich war auf der gleichen Strecke unterwegs, allerdings ein paar Kilometer in Richtung Heimat. Ich muss vielleicht noch erwähnen, dass ich mich meist auf, für den öffentlich Verkehr, gesperrten Wegen bewege. Die gibt es hier zu Hauf und werden von den hiesigen Landwirten benutzt. Diese Wege sind auch ausgewiesene Radrouten aus NRW, Deutschland oder Europa. Also, Radfahren ist hier ausdrücklich erlaubt. Die letzten Kilometer bis nach Hause lasse ich es manchmal ein wenig etwas schneller angehen und so rolle ich dann auch mal mit um die 30 über die Wege. Es war bereits 21:30 und der Fahrtwind pfiff in meinen Ohren. Ich weiß nicht, wie lange der BMW schon hinter mir her fuhr. Es konnte allerdings nicht allzu lange sein, da ich ein paar Sekunden vorher den Weg gewechselt hatte. Just in dem Moment als ich ihn entdeckte, kam er mir schon bedenklich nahe und hupte mich regelrecht von der Straße (wohlgemerkt ich fuhr 30 bei erlaubten 30). Trotzdem machte ich Platz, soweit und sobald es mir ungefährlich möglich war. Neben mir fahrend hupte er mich nochmals an. Um dann kurz vor meinem Tretlager wieder einzuscheren. Irgendwie hatte ich einen Riecher, dass es zu einer Konfrontation kommen könnte. Und prompt musste ich feststellen, dass ich nicht Unrecht hatte. Er bremste kurz an, um eine zehntel Sekunde später eine respektable Vollbremsung hinzulegen. Dank der Avid BB7 Scheibenbremsen habe ich einen verdammt kurzen Bremsweg. Das Hinterrad kam kurz hoch, aber ich blieb trotzdem ohne Probleme zum Stehen. Was allerdings dann geschah verschlug mir doch die Sprache. Der Fahrer riss die Tür auf, stürmte aus seinem Auto und machte mich, entschuldigt die harte Ausdrucksweise, zur Sau. Der Reihe nach warf er mir folgende Anschuldigungen an den Kopf:

-          Ich hätte ihn genötigt
-          Ich würde ihn absichtlich behindern
-          Ich dürfte auf diesem Weg nicht fahren, da ich kein Landwirt bin
-          Ich hätte hier generell nichts verloren

Ihr könnt diese Sätze noch beliebig mit Schimpfworten, Kraftausdrücken und Beleidigungen ausschmücken. Das dürfte auch dann ziemlich dem Originalzitaten gleichkommen. Nachdem ich das Ganze über mich ergehen haben lasse, habe ich mich erdreistet zu fragen, wer hier wen wohl genötigt hat. Außerdem wies ich ihn darauf hin, dass ich mich hier auf einem Radwanderweg befinde, wie man unschwer an den Hinweisschildern erkennen kann, wenn man denn auch mal hinschaut. Meiner Aufforderung sich schleunigst in sein Auto zu setzen und weiter zu fahren, parierte er mit dem Satz: „Wenn ich Dich hier noch mal sehe, mach ich Dich platt!“ Eine offen ausgesprochene Morddrohung…das hatte ich auch noch nicht. Trotzdem kam er meiner Empfehlung nach, setzte sich in seinen 320d und rauschte von dannen. Da saß ich nun völlig verdattert auf meinem Trike…heftig. Das KFZ-Kennzeichen hatte ich mir diesmal gemerkt. Sollte dieser unfreundliche Mensch zufällig diesen Blog lesen (was ich nicht glaube), dann gebe ich ihm den Rat, dass er zukünftig etwas vorsichtiger sein sollte, sein Kennzeichen ist mir bekannt. Beim nächsten Zwischenfall ist eine Anzeige fällig. 

Diese zwei Vorfälle haben mich dazu bewogen, eine Kamera am Fahrrad zu montieren. In langen Jahren auf dem Fahrrad sind mir selten solche Dinge passiert. Es geht mir hier auch nicht, jeden Verkehrsteilnehmer ob seiner Fehler zu reglementieren (ich mache selbst genug Fehler) aber offensichtliche Angriffe auf mein Leib und Leben gehen mir doch etwas zu weit. Hier möchte ich zukünftig besser gewappnet sein. Das hat zwar etwas mit Paranoia zu tun, aber mir ist mein Leben wichtig.  

Ich habe mir nun die Action Cam Rollei Bullet 5S besorgt und bin gerade dabei etwas damit herum zu experimentieren. Auf den ersten Fahrten wurde mir eines klar….es geht nichts über eine vernünftige Halterung und Erschütterungen sind auch nur bis zu einem gewissen Maße kompensierbar. Ich habe die Kamera zuerst auf dem Halter, an dem das Schutzblech und das Rücklicht befestigt sind, angebracht. Die Vibrationen sind allerdings zu heftig und so habe ich mir einen alternativen Halter besorgt. Hier ist das erste Video, allerdings noch am hinteren Mast befestigt. Das ist noch nicht optimal. Die Videoqualität ist einigermaßen in Ordnung; ich glaube das man für 180€ keine Wunder erwarten kann. Die Rollei kommt in einem ordentlichen Gesamtpaket mit einigen unterschiedlichen Haltern, Schutzgehäuse und einer Fernbedienung (tolle Sache). Von den Maßen ist sie der GoPro sehr ähnlich. Hier ist ein kleines Beispielvideo, welches ich vor kurzem aufgenommen habe.



In den letzten Wochen habe ich ein paar Runden mit Helen alias Auntie Helen gedreht. Ich hatte in der Vergangenheit immer Probleme Jemanden mit einem ähnlichen „Geschwindigkeitsprofil“ beziehungsweise Leistungsniveau zu finden. Meist waren sie zu schnell, wenige Male zu langsam und so bin ich über die letzten Jahre meist alleine durch die Landschaft geradelt. Helen allerdings radelt in der gleichen Liga (allerdings nicht was die Entfernungen an geht, da ist sie mir haushoch überlegen, mit einer mehr als doppelten Laufleistung pro Jahr). Aber es klappt sehr gut und ganz nebenbei kann ich meine Englischkenntnisse verbessern und bei Routen von um die 40 bis 50 Kilometern wird es einem, bei einer solch netten Begleitung, niemals langweilig. Wir werden sicherlich noch einige Kilometer gemeinsam radeln. 

Letzten Donnerstag habe ich mich mit Helen zu einer kleinen Tour verabredet. Wir sind von Viersen aus losgefahren und auf dem Plan standen mindestens 4 Überquerungen der Süchtelner Höhen bzw. Hinsbecker Schweiz. Nach drei Kilometern stand die erste Bergwertung an. Die Süchtelner Höhen in Richtung Kletterwald. 

Auf den Süchtelner Höhen
Die Steigungen hier sind wirklich nicht heftig und lang aber trotzdem bekommt man den Puls schon in die oberen Regionen. Irgendwie habe ich dann doch einen Abzweig verpasst (peinlich) und so schlugen wir uns auf nicht optimalen Wegen in Richtung Sportplatz Süchtelner Höhen. Wo es hoch geht, da geht es sicherlich auch wieder runter. Die Straße nach Bistard bietet eine gute Gelegenheit das Rad einfach mal rollen zu lassen (siehe Video oben). Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das ICE Sprint von Helen ein wenig besser rollt. Das kann mehrere Ursachen haben; ich habe meine SRAM Dual Drive in Verdacht, es könnte aber auch eine kleines Problem in der Einstellung der Spur sein. Da muss ich nochmal nachschauen. Von Bistard aus, geht es am Fuß des Höhenzugs in Richtung Hinsbeck. Da man sich hier ein paar Meter über der Ebene befindet hat man einen wunderbaren Ausblick nach Lobberich. Hier kreuzten wir den Bahnradweg Kempen-Kaldenkirchen um dann 2 Kilometer weiter in die zweite Bergwertung zur Windmühle Hinsbeck hineinzufahren. Diese Windmühle ist wunderschön restauriert und ein echter Hingucker. 

Stammesmühle Hinsbeck

Es geht weiter in Richtung Norden. Auf diesem Weg kommt uns ein Rudel älterer Aufrechtfahrer entgegen und mittendrin ein grauer Scorpion….nein kein Insekt, sondern ein netter Liegetriker. Nach einem kurzen Plausch fahren wir weiter. In letzter Zeit scheint die Liegefahrraddichte am Niederrhein zuzunehmen. Im ganzen letzten Jahr hatte ich gesamt 2 Sichtungen. Dieses Jahr waren es mindestens schon sechs. Auf der Abfahrt kann man es wieder rollen lassen und Helen zieht auch dieses Mal wieder an mir vorbei. In der Auswertung später sieht man, dass es ungefähr eine Differenz von 2 km/h ist. In Voursenbeck haben wir eine kurze Pause im Biergarten „Waldesruh“ eingelegt. Ein beschauliches Plätzen, wo man es sich gut gehen lassen kann. Ich hatte ein Radler…Helen, ganz Britin, eine Tasse mit heißem Wasser, zum Baden des mitgebrachten TeebeutelJ, natürlich mit Milch…very british. Nach einer guten halben Stunde haben wir uns auf den Weg zur dritten Bergwertung gemacht….der Aussichtsturm auf dem Taubenberg. Der Weg dorthin ist etwas Off-Road aber ich wollte Helen den atemberaubenden Ausblick über die Niederrheinische Tiefebene nicht vorenthalten. Aber vor dem Genuss hat der liebe Gott die Arbeit gesetzt und diesmal gepaart mit einer weiteren Gemeinheit. Der Anstieg ist wirklich nicht gewaltig aber trotzdem hat mein Hinterrad ein paar Mal die Traktion verloren. Das war aber mehr dem mäßigen Untergrund als der Steilheit geschuldet. Das größte Problem waren vielmehr die Stechmücken. Zwei Warmblüter auf einem mühsamen Aufstieg vor sich hin dampfend…ein lohnendes und nahezu wehrloses Opfer. Selbst Helen, insektenspraybewährt, wurde kaum verschont. Und so haben wir uns in einer Mischung aus Radfahren und Schuhplatteln den Taubenberg hochgewuchtet. Oben angekommen gab es auch keine Probleme mehr mit den Plagegeistern….typische Niederrheinmücken, bei 60m über NN müssen sie ihre Waffen strecken. Den Turm haben wir dann natürlich auch noch erklettert. Die Luft war einigermaßen klar und so konnten wir einige Landmarken im Ruhrgebiet, Rheinland und den Niederlanden ausfindig machen. Jetzt mussten wir aber wieder zurück durch die Stechmücken-Reihen. Jetzt hatte ich mal die Chance einen echten Thomas-Seide-Gedächtnis-Ritt hinzulegen….Augen zu und durch, Lenker festhalten und Rollen lassen. Ich muss sagen, viel mitbekommen habe ich wenig, nur ein paar Mal muss ich wohl die Bodenhaftung verlassen haben. Die spätere Auswertung ergab circa 45km/h max. Ohne W1 Fahrwerk hätte es mich irgendwo in die Büsche katapultiert. Der Vorteil der Aktion….ich war schneller als die Mosquitos. Wieder unten angekommen habe ich mal den Zustand einiger Verbindungselemente geprüft. Der Halter der Kamera hatte sich beispielsweise völlig verstellt. Ein paar Speichen am Hinterrad habe ich vorsorglich noch etwas nachgezogen…..aber wo war Helen????? Ich hatte sie verloren. Schon klingelte das IPhone, aber die Verbindung war so miserabel, dass ich nicht verstehen konnte wo sie war. Mensch…ich bin ein wahrer Gentleman. Mir blieb nichts anderes übrig; ich musste den Taubenberg nochmal hochkurbeln…die Mosquitos haben mich wieder freudig begrüßt. Oben angekommen rollte mit Helen aus der anderen Richtung entgegen. Sie war an einem Abzweig falsch abgebogen. Ich wollte sie den Downhill nicht runterfahren lassen und so entschieden wir uns in Richtung Hinsbeck auf einer asphaltierten Straße abzufahren.
Von Hinsbeck ging es entlang einer Landstraße in Richtung Leuth. 

Leuther Mühle

Hier geht es ganz leicht bergab und man kommt auf eine ordentliche  Geschwindigkeit. Weiter vorbei am De-Witt-See durch Leuth bis wir wieder auf den Bahnradweg stießen. Wir entschieden uns für die größere Runde und bogen auf dem Radweg in Richtung Kaldenkirchen ab. Kurz vor Kaldenkirchen geht es wieder zurück nach Süden. Hier in der Nähe soll es ein kleines Café mit leckerer Kuchenauswahl geben (Tipp von Helen). Auf einem Wirtschaftsweg geht’s weiter nach Breyll. Die Sonne stand schon tief und tauchte die Landschaft in ein wunderbares Licht…warum kann ich nicht Rad fahren und fotografieren??? 

Sonnenuntergang am Niederrhein
 
Ich packe das einfach nicht. Die Route führt uns mitten durch Breyll, ein beschauliches Städtchen am Niederrhein. Aber weiter geht es in Richtung Lobberich. Uns führt der Weg am malerischen Nettebruch. Er gehört zu einer Kette von Seen die von der Nette durchflossen werden. Jetzt am Abend liegt der kleine See wie eine Spiegelfläche vor uns. Eine schon fast unnatürlich wirkende Szenerie. Lobberich lassen wir aber links liegen und bewegen uns entlang Dyk und Kölsumer Weg in Richtung der 4. Beziehungsweise 5. Bergwertung des heutigen Tages…die Süchtelner Höhen mussten wieder erklommen werden. Aber auch diese Barriere stellt keine wirkliche Herausforderung dar, da der Anstieg mit circa 1000m und einer Steigung von 9% überschaubar ist. Die Abfahrt hinunter nach Süchteln ist kurz und knackig und jetzt sind es nur noch 3 Kilometer bis nach Hause.
Am Ende standen knapp 49km auf der Uhr und 320 Höhenmeter. Es war mal wieder eine tolle Tour und wenn man sie zu zweit abfahren kann macht es doppelt Spaß. Vielen Dank an Helen für die nette Begleitung und nochmals Entschuldigung, dass ich dich zweimal verloren habe. 



Tourdaten:
Zeit gesamt: 3h 17min Fahrtzeit
Länge:
49,3 km
Temperatur:
24°C

Samstag, 31. Mai 2014

KM 3747 8.Liegetrike-Treffen in Schwalmtal



Eigentlich bin ich ja kein Rudelradler. Ich ziehe es vor, als „lonesome rider“ durch die Landschaft zu ziehen. Aber ich kann auch anders…des 8. Liegetrike-Treffen fand in diesem Jahr faktisch vor meiner Haustür statt und da musste ich natürlich vorbeischauen. Angesetzt war die Woche um Christi Himmelfahrt. Da ich am Freitag arbeiten musste, blieb mir nur der Donnerstag, um bei einer Ausfahrt mit zu machen. Vor einigen Wochen hatte ich schon mit 5 Liegetrike-Kollegen die Möglichkeit diese Tour abzufahren. Geplant war vom Campingplatz am Mühlrather Hof (Hariksee) entlang der Schwalm bis zur Deutsch/Niederländischen Grenze zu radeln. Danach geht’s schnurgeradeaus auf dem Grensweg in Richtung Norden zum Weissen Stein. Weiter über Reuver nach Bessel und von da an nach Swalmen und Brüggen zurück zum Campingplatz.

Die ganze Woche über war echt mieses Wetter. Es regnete in verschiedenen Ausprägungen: heftige Schauer, Landregen, Nieselregen usw. Die Wetteraussicht für Donnerstag war auch nicht gerade berauschend und ich stellte mir vor, wie ich mich mit meinen Slicks durch den morastigen Waldboden kämpfe und danach aussehe wie eine Wildsau. Am Mittwoch allerdings besserten sich zusehends die Aussichten auf einen wenigstens trockenen Donnerstag. Am Morgen des besagten Tages luckte ich frühmorgens durch die Gardinen….es regnete nicht, aber es war grau…hellgrau. Also ab aufs W1. Ein kurzes Frühstück musste sein und um 10 bin ich dann endlich losgerollt. In Viersen musste ich erstmal tanken…..Geld am Geldautomat natürlich und dann ging es richtig los…mit dem verfahren. Es ist ja schon irgendwie peinlich, aber selbst nach 9 Jahren in Viersen, passiert mir es immer wieder mal, dass ich irgendwo einen Abzweig verpasse. Naja das werte ich einfach mal als Einrollrunde :). Es gibt einige schöne Wege zum Hariksee; ich habe allerdings die weniger schöne aber schnellste Variante entlang der Landstraße gewählt. Wenn man Viersen-Dülken hinter sich gebracht hat, rollte man circa 7km bis nach Schwalmtal und von hier aus ist es nicht mehr weit zum Hariksee. Sobald man sich von der Landstraße verdrückt, fängt die Erholung an. Der Hariksee wird von der Schwalm durchflossen und liegt in einem wunderschönen Naherholungsgebiet. Direkt am See gibt es nettes Restaurant mit Terrasse. Bei schönem Wetter kann man sich nach einem Rundgang um den See eine leckere Tasse Kaffee mit Kuchen schmecken lassen. Ab hier ist es nur noch ein Steinwurf zum Campingplatz am Mühlrather Hof. 

Viertel nach Elf bin ich dann auf dem Campingplatz angekommen. Es war schon ordentlich was los und überall standen Velomobile, Ein- und Zweispurige Liegeräder herum. Einige Teilnehmer kannte ich noch von der Testfahrt einige Wochen zuvor und zu meiner Überraschung waren auch Roswita und Jörg von der Steintrikes Teststation in Heinsberg mit dabei. Da wir uns seit meinem letzten Test am 23.Dezember 2012 nicht mehr gesehen hatten, gab es natürlich einiges zu erzählen.

Gegen 12 Uhr gab es dann die letzten Anweisungen und Hinweise und dann wurde Aufstellung genommen. Es war nicht gerade warm, und der Himmel um uns herum zeigte die verschiedensten Schattierungen von Grau. Die dunklen Stellen fand ich gar nicht gut, da ich auf Dauerregen überhaupt nicht eingestellt war….aber nur die Harten kommen in den Garten…Augen zu und los. 

Meine Fahrt ging genau zehn Meter und dann war Schluss. Die Kurbel ließ sich keinen Millimeter mehr vorwärts bewegen. Oh Mann….das fängt ja gut an. Ich fuhr an die Seite und sofort waren ein paar helfende Hände bei mir, um den Schaden zu beheben. Der ganze Tross mit 40 Fahrzeugen, musste wegen mir noch mal anhalten….peinlich. Wir checkten den Kettenverlauf und die Gangbarkeit der Umlenkrollen, konnten aber keine Probleme feststellen. Ich hatte schon fast das Tretlager in Verdacht. Das wäre natürlich das sofortige Ende meiner Tour gewesen. Also habe ich mir nochmals die Umlenkrollen angeschaut und siehe, da fand ich den Übeltäter. Ein kleines Steinchen hatte sich in die Nut der Rolle verklemmt und hinderte nun die Kette am Weiterlaufen. Weiß Gott wie der Stein dahin gekommen ist. Jedenfalls saß er so fest, dass wir ihn mit einem Werkzeug rauhebeln mussten. Operation gelungen und jetzt konnte ich wieder weiterfahren. Eine kurze Meldung an die Spitze des Zuges und nun konnte es wirklich losgehen. 

Man kann sich vorstellen, dass wenn sich ein solcher Tross in Bewegung setzt, das Ganze nicht so einfach ist. Wenn wir am Anfang vielleicht mit 10km/h gerollt sind, dann war das viel. Für die Dreiräder kein Problem, aber die Einspurer mussten ordentlich kämpfen, da das Geläuf auch noch sehr schwer war. Der Regen der letzten Tage hatte den Boden ein einigen Stellen ziemlich aufgeweicht. Da mussten wir eben durch. Die Kollegen mit den Velomobilen hatten speziell bei den Engstellen und engen Kurven ihre Probleme. Auch das immerwährende Anfahren auf dem schweren Boden war sicherlich nicht so einfach. Und so zog sich unsere Karawane, bunt bewimpelt durch die Lande. Entgegenkommende Radler stiegen schon mal vorsichtshalber ab; sie hätten nicht den Hauch einer Chance gehabt und so ergaben sie sich ihrem Schicksal und mussten einige Zeit warten. Ein Rudel radelnder Vatertagsfeierer kam uns entgegen. Auch sie stiegen vorsichtshalber ab und ich vernahm mit halben Ohr bei der Vorbeifahrt folgenden Satz: „ Boah goil…da kann man auch besoffen mit fahren!“ Ich verbeiße mir mal jeglichen Kommentar, aber das war bisher das Beste was man mir so entgegengeworfen hat.

Vorbei am malerischen Ort Born ging es in Richtung Brüggen. Auch hier ist der Ortskern sehenswert und lädt zum Verweilen ein. Aber wir hatten ja noch eine Strecke vor uns. Ab Brüggen meandert sich die Schwalm durch einen Wald….traumhaft kann ich nur sagen und bei schönem Wetter macht das Ganze noch mehr Spaß. Der tiefe Waldboden erfordert zwar einen ordentlichen Krafteinsatz und herumliegende, armdicke Äste fordern alle Aufmerksamkeit, aber dafür tut sich einem eine herrliche Gegend  auf. Die Schwalm auf der Linken und eine Seenlandschaft auf der Rechten. Weiter geht’s am Venekotensee entlang. Dieser See war ursprünglich eine Kiesgrube und entwickelte sich in 1960igern zu einem beliebten Ausflugsziel mit Wochenendhäusern für Besserbetuchte. Die Deutsch-Niederländische Grenze ist von hier aus nur noch ein Steinwurf entfernt. Die letzten Meter dorthin müssen wir auf die Landstrasse…..40 Liegeräder…die Autofahrer hatten ihren Spass…wir auch!!!

Hinter der Grenze schlagen wir uns aber gleich wieder rechts in die Büsche. Was da allerdings auf uns zu kam war nicht von schlechten Eltern...Herrsachaftszeiten...hier scheint eine ganze Armee Kieslaster ihre Ladung verloren zu haben. Wenn die holländischen Kollegen so unseren Einmarsch in ihr Land verhindern wollten, wäre ihnen das fast gelungen...aber eben nur fast.  Eine Strecke von circa 50m mit grobem, tiefen Schotter. Das heißt 1.Gang rein und dann gib ihm. Einige der Trikefahrer mussten allerdings passen und ihr Gefährt durch den Kies schieben. Die Einspurer waren chancenlos. Die Velomobile hatten ein paar Minuten vorher in weiser Voraussicht eine Alternativroute gewählt. 

Ab hier konnte man die ursprüngliche  Landschaft des Niederrheins bewundern. Eine Heidelandschaft mit den üblichen niedrigen Kräutern und tiefem Sandboden. Dieser Bereich bildet die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden und der Baumbestand wurde in den letzten Jahren konsequent nieder gehalten. Nur so kann der ursprüngliche Charakter erhalten bleiben. Das Fahren ging mehr schlecht als recht und erforderte einigen Kraftaufwand. Die Passage war aber auch schnell überwunden und schon ging es auf einem gut ausgebauten, asphaltierten Weg in Richtung Weissen Stein…unsere erste große Pause. Nach 22km (für mich nach 40km) kamen wir am Weissen Stein an. An diesem Punkt Treffen mehrere Wege aufeinander und das Naturschutzgebiet Brachter Wald liegt direkt neben an. Dies war bis vor einigen Jahren das größte Munitionsdepot der Britischen Armee auf dem Festland. Von hier aus wurden damals die Irak-Kriege mit Munition versorgt. Aber das gehört zum Glück der Vergangenheit an. Und so bietet sich der Bevölkerung eine großartige Möglichkeit um die Natur des Niederrheins kennen zu lernen.  

Am Weissen Stein lassen wir uns zur ersten Pause nieder. Die Velomobilisten sind schon da und geniessen ihr Essen. Es gibt leichte Parkplatzprobleme und ich habe Probleme mein W1 in der Gemengelage wieder zu finden. Aber erst mal etwas Essen….wir sind in den Niederlanden, das heißt ...Frikandel Spezial mit Pommes und Salat... Eine wahre Bereicherung der Nouvelle Cuisine aber echt lecker. Mehr als 40 Leute wollen versorgt sein und so sitzen wir länger als geplant bis Alle fertig sind. Die komplette Pause hat dann auch fast 90 Minuten gedauert. Draussen sitzen bei empfindlichen 12°C; ich war froh endlich wieder auf dem Rad zu sitzen um mich auf Temperatur zu bringen. Der nächste Stopp war garnicht so weit weg; die Maas-Terrassen in Beesel gerade mal 10 Kilometer entfernt. Also los geht es mit der Bande in Richtung Maas durch Reuver.

Parplatzprobleme am Weissen Stein

Parplatzprobleme am Weissen Stein
 
Hier erreichen  wir auch den niedrigsten Punkt unserer Tour; gerade mal 15m über Normalnull. Bei steigendem Meeresspiegel bekommen die hier sicherlich ein Problem. Es geht entlang der Maas in südliche Richtung. Diesen Streckenteil kenne ich von meinen Touren im letzten Sommer. Mein Blick gilt allerdings dem Wetter um uns herum. Die Wolken werden bedrohlich dunkel und ich machte mich auf ein nasses Ende gefasst. Aber egal. 




Auf dem Weg nach Beesel

Auf dem Weg nach Beesel


 
Die 10 Kilometer vergingen wie im Fluge und schon waren wir an den Maasterrassen angekommen. 40 Liegefahrräder, oder besser deren Besitzer, suchen einen Parkplatz. Naja, eigentlich kein Problem die niederländischen Kollegen sind auf einen Andrang mit Fahrrädern besser eingestellt. Auf den Maasterrassen sitzt man wirklich gemütlich und gut geschützt gegen Winde vom Westen durch eine Plexiglasscheibe. 


An den Maasterrassen
Ich gönne mir einen Cappuchino und mein Sitznachbar bestellt sich einen Rijstevlaai (Kuchen mit Michreis); sieht sehr lecker aus. Ich telefoniere kurz mit meiner Frau, um sie über eine veränderte Ankunftszeit zu informieren…“das mit sechs Uhr Abendessen kannst Du vergessen, ich bin noch in Holland“. Sie fragt mich noch, wie das Wetter ist, weil 40 Kilometer östlich, in Viersen, es den ganzen Tag geregnet hat. Gerade als ich ihr antworten wollte „hier ist noch Alles trocken“ bekomme ich den ersten Tropfen ab….na toll. 

Innerhalb von 15 Minuten und schneller als geplant setzt sich die Karawane wieder in Bewegung. Auf draussen im Regen sitzen hat keiner so recht Lust. Die meisten haben sich in ihre Regenklamotten geschmissen, außer die Velomobilisten, Roswita mit dem Mungo mit Veltop und ich. Okay ich hatte eine leichte Goretex Jacke an, aber allzu viel Vertrauen in die Dichtigkeit hatte ich nicht mehr, da ich diese Jacke schon etliche Jahre in Gebrauch hatte. Der Organisator der Tour versprach uns, uns jetzt auf direktem Wege zurück zum Hariksee zu bringen. Das hieß durch den Ort Swalmen entlang der Landstraße in Richtung Ost nach Brüggen. Ich kenne diese Straße sehr gut, da ich sie schon öfters mit dem Auto entlang gefahren bin. Sie führt durch ein dichtes Waldgebiet und so hatten wie Glück, dass wir eine lange Strecke nicht direkt dem Regen ausgesetzt waren. 10 Kilometer geht es mehr oder weniger gerade aus durch den Wald. Während auf niederländischer Seite der Radweg noch einigermaßen fahrbar war, litt die Qualität auf der deutschen Seite doch merklich. Wurzelaufbrüche und entfernter Asphalt, weil es sowie so keinen Sinn macht, reihen sich dicht an dicht. Wobei man fairerweise sagen muss, es geht auch noch weitaus schlimmer und das Fahrwerk des W1 bügelt die heftigsten Schläge gekonnt weg. Jörgs Akku musste den anfänglichen tiefen Boden im Wald Tribut zollen, ab hier musste er ohne elektrische Unterstützung zurechtkommen. Normalerweise keine Problem, wenn nicht gleichzeitig seine Nuvinci-Nabe herumgezickt hätte. So hatte er nur noch eingeschränkte Gangauswahl und das macht wirklich kein Spaß. Aber zum Glück ist das Ziel nicht mehr weit entfernt. Unterwegs müssen wir nochmal kurz anhalten, weil der Pannenteufel zugeschlagen hatte. Ein Plattfuss der schnell behoben war.

Mittlerweile hatte es auch wieder aufgehört zu regnen. Das war ein kurzes Intermezzo, aber wie ich später erfahren habe, hatten wir verdammtes Glück. Eigentlich hatte es überall den ganzen Tag geregnet…tja wenn Engel reisen ;). Jetzt gab es noch eine kleine Bergwertung. Okay es waren nur 20 Höhenmeter, aber hier am Niederrhein gibt es dafür eben Punkte für das gepunktete Trikot. Da wo es hoch geht, da geht es wieder runter. Also nochmal kurz auf 37 hochbeschleunigen und dann in einer Rechtskurve zurück in Richtung Campingplatz. Hier fahren wie wieder den bekannten Weg und man merkt, alles geht irgendwie schneller. Entweder die Leute haben Hunger oder müssen auf Toilette, anders ist der Geschwindigkeitszuwachs nicht zu erklären.
Nach 51 Kilometern und circa. 7 Stunden sind wir dann wohlbehalten am Campingplatz angekommen. Das Grillen musste ich leider ausfallen lassen, da ich ja noch 17 Kilometer vor mir hatte. 

Es war eine tolle und gut organisierte Tour. Jeder, der so etwas ähnliches schon mal organisiert hat, weiß wie schwer es ist, allen gerecht zu werden. Für das Wetter kann man niemanden in die Verantwortung nehmen. Ich habe ein paar nette Leute kennen gelernt und wieder getroffen. Lest mal den Blog von Helen Hancox. Sie wohnt derzeit in Kempen und macht mit ihrem Trike und Velomobil den Niederrhein unsicher. Mehr unter http://www.auntiehelen.co.uk/

Die letzten 17 Kilometer habe ich noch mal Gas gegeben um den Schnitt ein wenig nach oben zu treiben. Summa summarum eine wirklich schöne Tour, wobei ich das Radeln alleine oder in kleineren Gruppen einfach schöner finde. Man muss erheblich mehr Aufmerksamkeit dem Vordermann schenken und das wird auf die Dauer ganz schön anstrengend.

Tourdaten:
Zeit gesamt: 10h 10min (5h 35min reine Fahrtzeit)
Länge:
84,9 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 1
5,2km/h
Temperatur:
13°C